Die Flensburger Förde

Nach dem Start des Wasserflugzeugs auf dem Wasserflugplatz in Flensburg-Sonwik vor der Marina Sonwik geht es in nordöstlicher Richtung zur Außenförde. Als erstes passiert das Flugzeug die Marineschule Mürwik.

Die Marineschule Mürwik wurde ab 1907 als Ersatz für die 1888 fertiggestellte Marineakademie und -schule Kiel gebaut. Architekt war Baurat Adalbert Kelm von der Marinebauverwaltung in Kiel. Noch heute ist die Straße, die zur Marineschule führt nach ihm benannt. Vorbild war die Ordensburg Marienburg. Wie ihre Vorgängerin sollte die MSM der Kaiserlichen Marine zur Ausbildung von Seeoffizieren dienen. Der Gebäudekomplex aus rotem Backstein liegt an der Flensburger Förde und wird deshalb auch als Rote Burg an der Förde, wie auch als Rotes Schloss am Meer bezeichnet. In der Umgebung wurden weitere Gebäude für die MSM errichtet, darunter der Marine-Wasserturm und das Marinelazarett. Als Offiziersschule diente die MSM später auch der Reichsmarine, der Kriegsmarine und seit 1956 der Bundesmarine bzw. der Deutschen Marine.

Mit dem Ersten Flottengesetz von 1898 begann die Aufrüstung der Flotte. Statt 70 bis 80 mussten 200 Seekadetten pro Jahrgang ausgebildet werden. Deshalb schlug der damalige Staatssekretär des Reichsmarineamts Admiral Alfred von Tirpitz den Neubau in Mürwik vor. Am 22. Juni 1903 genehmigte Kaiser Wilhelm II. die Verlegung. Der Magistrat der Stadt Flensburg bot am 9. Mai 1905 ein 15 ha großes Gelände im fast unbesiedelten Mürwik kostenlos unter der Bedingung an, dass die Marineschule bis zum 1. April 1909 dorthin verlegt werden würde. Die Marine stimmte zu und kaufte 2 ha hinzu. Am 21. November 1910 reiste der Kaiser mit dem Depeschenboot Sleipner an und weihte den Neubau ein. Am Ende des Zweiten Weltkrieges und des Dritten Reichs war die Schule nach dem 3. Mai 1945 kurzzeitig Teil des Sonderbereichs Mürwik und diente der geschäftsführenden Reichsregierung unter Großadmiral Karl Dönitz als Regierungssitz.  Am 23. Mai 1945 besetzten die Alliierten den Sonderbereich Mürwik und verhafteten die Regierung Dönitz.

Nach dem Weltkrieg wurde die Schule zunächst als Teil des Marinelazarettes, dann als Pädagogische Hochschule und als Zollschule genutzt. Im November 1956 wurde die Schule von der neu gegründeten Bundesmarine (seit 1990 „Deutsche Marine“) übernommen, die dort bis heute ihre Offiziere ausbildet. Seitdem führt sie ihren heutigen Namen.

Weiter geht der Flug vorbei an Glücksburg mit seinem berühmten Wasserschloss.

Das Schloss Glücksburg (dänisch: Lyksborg Slot) zählt zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern Nordeuropas. Es diente den herzoglichen Linien des Hauses Glücksburg als Stammsitz und war zeitweilige Residenz des dänischen Königshauses. Der Bau liegt in Glücksburg an der Flensburger Förde. Die Familienmitglieder des nach dem Schloss benannten Hauses Glücksburg sind mit nahezu allen europäischen Dynastien verwandt. Das Schloss ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Schleswig-Holsteins. Es beherbergt heute ein Museum und ist für Besucher zugänglich.

Weiter geht es noch Nordosten zur Halbinsel Holnis. Holnis (dänisch: Holnæs) ist eine Halbinsel, die sich auf einer Länge von 6 km nord-östlich der Stadt Glücksburg in die Flensburger Förde erstreckt und zum Stadtgebiet Glücksburg gehört. Auf der Halbinsel befinden sich eine Steilküste und eine Salzwiese mit einer bedeutenden Brutkolonie für Seevögel.

Nachdem die Halbinsel Holnis mit ihren Untiefen, die aus der Luft gut zu sehen sind, umflogen ist sieht man voraus den Ort Langballigau. Der Ort wurde erstmals 1450 als „Langballech“ erwähnt. Langballig liegt an der Flensburger Förde im Norden der Landschaft Angeln. Die Gemeinde ist seit 1988 ein anerkannter Luftkurort. Im Gemeindegebiet gibt es einen Naturstrand, ein Naturschutzgebiet, das Tal der Langballigau mit seinen seltenen Pflanzen- und Vogelarten. Langballigau ist ein Schutz- und Fischereihafen, der in den 1920er Jahren als Fischereischutzhafen erbaut wurde und heute vor allem von Seglern genutzt wird. Hier liegt auch das Seenotrettungsboot Werner Kuntze der DGzRS, der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

 

Von der Flensburger Außenförde kann man die freie Ostsee erkennen und bei guter Sicht die dänische Insel Aerö. Bei guten Sichtverhältnissen und wenig Wellen und ein bisschen Glück kann man Schweinswale in der Förde sehen. Diese kleine Walart kommt insbesondere in der östlichen Ostsee vor und lebt auch in der Förde. Fast jedes Jahr „verirren“ sich auch größere Walarten in die Ostsee und auch in die Flensburger Förde. Diese Wale – meist Finnwale – folgen im Frühjahr den Heringsschwärmen in die Ostsee.

Auf der deutschen Seite der Außenförde liegt die Geltinger Bucht. Die Geltinger Bucht ist eine Bucht der Ostsee an der nordöstlichen Küste von der Region Angeln am Ausgang der Flensburger Förde bei Gelting. Somit erstreckt sich die Bucht von Habernis im Nordwesten über das südlich gelegene Wackerballig zum östlich gelegenen Naturschutzgebiet Geltinger Birk. Die Küstenlänge der Bucht beträgt um die 15 Kilometer. Es führt derzeit keine Schifffahrtsstrecke der Berufsschifffahrt durch die Bucht. Die Region der Geltinger Bucht ist zu Lande geprägt von Landwirtschaft und Tourismus, zu Wasser vom Segelsport und etwas Fischerei.

Operation Regenbogen

In der Geltinger Bucht wurden während der Nacht vom 4. zum 5. Mai 1945, gemäß dem Regenbogenbefehl von Großadmiral Karl Dönitz, insgesamt 47 U-Boote der Kriegsmarine von ihren Besatzungen versenkt, um sie nicht an die Siegermächte übergeben zu müssen. Die meisten Wracks sind mittlerweile gehoben und nur einige wenige sind Ziel von  Freizeittauchern.

Auf dem Rückflug erkennt man auf der dänischen Seite die Ortschaft Broager mit der markanten weißen Kirche. Die romanische Kirche mit ihrem markanten gotischen Doppelturm – dem Einzigen im alten Herzogtum Schleswig – ist nicht nur Wahrzeichen der Gemeinde, sondern aufgrund ihrer hohen Lage und der weiten Sichtbarkeit eines der markantesten Bauwerke an der Flensburger Förde. Von der wertvollen Ausstattung ist die Figur des Sankt Georg als Drachentöter besonders bemerkenswert. Der im Grundriss 7 mal 7 m große hölzerne Glockenturm (Glockenstapel) auf dem Kirchhof südöstlich der Kirche ist der größte seiner Art in ganz Nord- und Südschleswig und der größte freistehende Glockenturm Dänemarks. Auf dem dazugehörigen Friedhof befinden sich Grabmale und Erinnerungssteine der preußischen Gefallenen aus dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864. Dazu kommt ein eindrucksvolles Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite gefallenen Soldaten aus der Gegend, da dieser Teil Schleswigs erst 1920 durch Volksabstimmung zu Dänemark kam.

Kurz vor der Landung passieren wir die Ochseninseln auf der dänischen Seite. Die Inseln sind ein idealer Ankerplatz für Sportboote. Auf der öffentlich zugänglichen Großen Ochseninsel gibt es aber auch einen kleinen Anleger für die Personenfähre vom Festland, die von April bis September fährt und schräg gegenüber von Sønderhavs bekanntem Imbiss Annies Kiosk – wo es angeblich die weltbesten „Hot Dogs“ geben soll, ablegt. Vom Flensburger Hafen aus kommend umrunden mehrere Ausflugsschiffe die Ochseninseln. Außerdem landen Wasserflugzeuge des Flensburger Unternehmens „Baltic Seaplane“ am Strand der großen dänischen Ochseninsel.

Nach der Wasserlandung geht es zurück zum Anleger. Jetzt ist Zeit, die Marin Sonwik, der ehemalige Marinestützpunkt in Flensburg zu erkunden oder die vielen anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt; Hafen, Museumshafen, Schifffahrtsmuseum oder die Kaufmannshöfe am Hafen oder in der „Roten Straße“….

Gutscheine und Tickets können Sie ONLINE oder direkt an der Wasserflugstation in Sonwik buchen .

Öffnungszeiten: Wasserflugstation Flensburg Sonwik

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